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Ordnung über die Tafelyen im Wallensteinkeller

Ordnung über die Tafelyen im Wallensteinkeller

Die Gäste steyen gehalten, sich gegenseytig eynes gesitteten und wohlständigen Benehmens zu befleyßigen. Alle Tischgaben seyen mit Munt, Händ und Dolch zu essen.

Wer solch Gebote nicht achtet, seyen Nachbarn bei Tisch stosset und bedrängt, ihm saftiges Stücklein wegstibitzet und seynen Wein aussupfet, ohne mit Munt und Händ Dank zu thun, wer seynes Nachbarn Gewandt bespritzet oder sonstwie ruinieret, eyn solcher Tischgesell soll Dolch, Brett und Lumpen verwürket haben.

So unter den Gästen eyn Streyt entbrennt, sollen sie nicht joch zu Stuhlbeynen, Schemeln oder sonstigen Mordszeug greifen, viel mehr soll alsdann jeder männiglich sich so verhalten, wie es eyner wohlachtbaren Kumpaney eignet und gebühret.

So eyner den guten Gaben nicht weidlich entsprichet, ergo muttig Fratzen schneydet und gar trutzig dreynschauet, der selbige soll aufeyner Kuhhaut aus dem Saale geschleyfet werden.

Die Mägde und Knechte seyend gehalten über dieselbigen Gebote acht zu geben.